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Das Jonas-Paradigma (1992)

Das Jonas-Paradigma (1992)


Der kleine Jonas (1993)

Psychologen, Neurologen und Neurobiologen diskutieren und erforschen dieses weite Gebiet unserer Gefühle und unserer Seele. Es ist das Gehirn des Menschen, das die größten Entdeckungen der humanbiologischen Forschung verspricht. Sensationelle Erkenntnisse verändern schon jetzt unser Bild vom Menschen. Gefühle und seelische Zustände werden als physikalisch-chemische Vorgänge beschrieben, mit Abläufen nach quasi mechanistischen Mustern.

Mentale Prozesse sind Zustände, Zustände des Ichs, die mit ihrem Strauß der Gefühle die Komplexität der Seele darstellen. Bei aller Aufklärung durch Erkenntnisse bleibt der einzelne Mensch mit der Sicht seiner Welten das, was er schon immer war. Das Wissen über Neurosen und Synapsen mindert nicht die Trauer, steigert nicht das Glücksgefühl, noch regelt es die Leidenschaften. Das wirkliche Begreifen der eigenen Gefühlwelten ist uns nah und fern zugleich.

Der Künstler als Anatom ist eine Herausforderung an eine neue künstlerische Interpretation der Seele. Eine künstlerische Sicht, die auf wissenschaftliche Erkenntnisse eingeht, ohne die Freiheit der Intuition damit einzuschränken. Die Anatomie der Gefühle stellt eine künstlerische Forschungsreise zu den Zentren der Seele dar. Hier sind anatomische Modelle Träger von Metaphern, die von Sehnsüchten und Hoffnungen, Leidenschaften und auch den großen Anpassungsleistungen der menschlichen Psyche erzählen. Es sind Antworten des Inneren auf den Menschen: Er bedroht und wird bedroht zugleich.

Die anatomischen Skulpturen beweisen sich auch als Blick hinter die Fassade, sind Bausteine für ein seelisches Porträt. Nicht die heute vielfach trügerische Oberfläche wird künstlerisch interpretiert. Aufgedeckt und seziert, wird der Mensch in seiner Widersprüchlichkeit dargestellt."

 


  ©  Louis Constantin 1999   Webarbeiten: Rolf-Dieter Preller www.alpha-english.de  mailrolf@aol.com  Stand: 12. November 2007